Fax over IP: Welche Lösung ist die Richtige?

Auswahlkriterien für Unternehmen

von Sibylle Klein | serVonic GmbH | Public Relations


Egal, ob das Fax over IP oder über ISDN eingegangen ist, der Benutzer erhält es unter der gewohnten Oberfläche am PC. Screenshot: serVonic GmbH

Kommunikation ist einer der Dreh- und Angelpunkte eines Unternehmens. Heutzutage jedoch denkt man bei Kommunikation nicht mehr nur an das persönliche Gespräch oder das Telefonat, sondern hauptsächlich an die Kommunikation mit unterschiedlichsten Medien: E-Mail, SMS,  Video Konferenzen, Social Networks. Oft vergisst man dabei eine der nach wie vor wichtigsten Kommunikationsmedien: Fax. Trotz vieler Unkenrufe – Fax stirbt aus – nutzen viele Unternehmen die Möglichkeiten der Faxkommunikation. Diese hat sich in den letzten Jahren rasant verändert: Nicht mehr per Faxgerät, sondern mittels Faxserver und PC werden Faxnachrichten versendet, empfangen und bearbeitet. Ebenso gewandelt hat sich die TK-Welt: Nicht mehr über ISDN, sondern “over IP“ heißt der Trend. Zunehmend mehr Unternehmen sind auf der Suche nach einer geeigneten Fax over IP Lösung.


Faxe over IP werden über T.38 oder G.711 SoftFax übertragen. Skizze: serVonic GmbH

Standards

Grundsätzlich gilt: Die Faxserverlösung sollte in die vorhandene IT- und TK-Struktur passen, sich in das vorhandene Messaging System integrieren und  mit der IP-PBX zusammen arbeiten. Eine standardbasierte Lösung bietet hier, im Gegensatz zu einer proprietären Lösung, den Vorteil, dass sie sich problemlos in die vorhandene Struktur einfügt. Über entsprechende Standardprotokolle und Schnittstellen arbeitet sie mit dem Messaging System und der IP-PBX zusammen. Standards für die Verständigung zwischen Faxserver und IP-PBX sind H.323 oder SIP, die Faxübertragung over IP funktioniert auf Basis des T.38 Protokolls oder via SoftFax. H.323 ist ein ITU Standard zur Steuerung von Echtzeit-Sprachübertragung und Videokonferenzen über IP-basierte Netzwerke, z.B. LAN, WAN oder Internet. SIP steht für Session Initiation Protocol und ist ein von der IETF – Internet Engineering Task Force – entwickelter Standard für ein Signalisierungsprotokoll, das Sitzungen mit zwei oder mehreren Teilnehmern aufbauen, modifizieren und beenden kann. T.38 bezeichnet ein von der ITU-T beschriebenes Protokoll zur Übertragung von Fax-Nachrichten über VoIP-Verbindungen. Die Nachrichten werden hier zwischen Faxserver und IP-PBX nicht, wie im normalen Telefonnetz, als Audiodaten übertragen, sondern paketiert gemäß dem IP-Netzwerkprotokoll. SoftFax funktioniert über das G.711 Passthrough Verfahren. G.711 ist eine Richtlinie der ITU-T zur Digitalisierung analoger Audiosignale. Hier wird die Faxnachricht  als Audiodatenstrom zwischen Faxserver und PBX übertragen.

T.38 oder SoftFax

Setzt ein Unternehmen bereits eine IP-PBX ein, gibt es zwei Möglichkeiten:  Die IP-PBX unterstützt das T.38 Protokoll nicht, dann kann das Unternehmen lediglich die SoftFax-Variante wählen. In diesem Fall muss die Faxserverlösung der Wahl SoftFax bzw. G.711 Passthrough können. Unterstützt die IP-PBX T.38, kann das Unternehmen zwischen Faxübertragung via T.38 oder auf Basis von SoftFax und Audiodatenstrom wählen. Beide Varianten bieten Vor- und Nachteile: Faxübertragung auf Basis des Protokolls T.38 benötigt weniger Bandbreite und ist weniger anfällig für Paketverluste als die Übertragung via G.711. Allerdings ist T.38 anfälliger für Verzögerungen und Jitter. Ein mögliches Entscheidungskriterium für die SoftFax-Variante könnte in der Error Correction Mode - ECM - liegen. ECM sichert die korrekte Übertragung von Faxen, indem fehlerhaft empfangene Audiodatensignale bzw. Pixelzeilen erneut beim Versender angefordert werden. Da nicht alle IP-TK-Anlagen ECM (zuverlässig) implementiert haben, realisieren führende Hersteller ECM direkt am Faxserver. So kann dieser direkt beim Versender das fehlerhafte Audiodatensignal erneut anfordern. Voraussetzung dafür ist  die Faxübertragung via SoftFax.

Eine Faxserverlösung wie IXI-UMS bietet mit dem VoIPconnect Modul den Unternehmen die Möglichkeit, SoftFax oder T.38 zu nutzen, die Signalisierung kann über H.323 oder SIP erfolgen. Skizze: serVonic GmbH

Migration von ISDN-basierter TK-Anlage auf IP-PBX

Setzt ein Unternehmen bereits eine Faxserverlösung ein und möchte von herkömmlicher ISDN TK-Anlage auf eine IP-PBX migrieren, gibt es auch hier zwei Möglichkeiten: Entweder unterstützt der Faxserver Voice over IP oder nicht.  Unterstützt die eingesetzte Lösung Fax over IP nicht, muss das Unternehmen eine neue Lösung suchen. Unterstützt der Faxserver Voice over IP, ist es vorteilhaft, wenn die Lösung auf Standards – T.38 oder SoftFax - basiert. Dann ist das Unternehmen in der Wahl der IP-PBX unabhängig.

Fazit

Die „richtige“ Faxserverlösung sollte auf Standards basieren, so dass das Unternehmen freie Wahl zwischen T.38 und SoftFax hat und auch in Zukunft herstellerunabhängig bleibt. Die Lösung sollte modular aufgebaut sein, so dass mögliche noch anstehende Migrationen von ISDN auf IP problemlos vollzogen werden können. Und: Im Hinblick auf Weiterentwicklungen in der IT- und TK-Welt ist ein Unternehmen  mit einer Software, die konsequent auf Standards basiert, auch zukünftig auf der sicheren Seite.

Copyright: serVonic GmbH
Stand: 4. Oktober2011

 

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