Hochverfügbarkeit bei Unified Messaging

Mehrrechnerkonzepte und Monitoring

von Iris Walter | serVonic GmbH | Public Relations


Der Einsatz von Unified Messaging-Lösungen gehört in vielen Unternehmen bereits zum Arbeitsalltag, denn mit Unified Messaging steht eine einheitliche Kommunikationsplattform für E-Mail, Fax, SMS und Voice-Mail zur Verfügung. Dies spart dem Unternehmen nicht nur Geld, sondern dem einzelnen Mitarbeiter wertvolle Arbeitszeit. In der unternehmenseigenen Kommunikation ist dabei die Verfügbarkeit des gesamten Systems ein wichtiger Faktor. Kaum ein Unternehmen kann es sich leisten, aufgrund des Ausfalls von einzelnen Komponenten von der Außenwelt abgeschnitten zu sein. Wie dringend, wichtig und unverzichtbar die Nachrichten eines Unternehmens von und nach draußen sind, ist sicherlich unterschiedlich. Daher muss jedes Unternehmen eine passende Strategie entwickeln und umsetzen, um eine mindestens ausreichende Verfügbarkeit der Kommunikationssysteme im Unternehmen zu gewährleisten. Eine Unified Messaging Lösung sollte sich in punkto Hochverfügbarkeit genau in diese Strategie einfügen lassen. Denn auch für Unified Messaging gilt: Fällt die Unified Messaging-Lösung aus, sind die Mitarbeiter mit einem Schlag von wichtigen Kommunikationswegen abgeschnitten. Und ein unterbrechungsfreier Geschäftsablauf ist für Unternehmen ein maßgeblicher Wettbewerbsfaktor.


Strategien entwickeln und technisch umsetzen

Hochverfügbarkeit bei einem Gesamtsystem wie der Unternehmenskommunikation mit allen beteiligten Hardware- und Software-Komponenten lässt sich auf zwei Wegen erzielen: Zum einen kann das Gesamtsystem redundant aufgesetzt werden: fällt im Fehler- oder Wartungsfall ein System aus, übernehmen die jeweils verbleibenden die erforderlichen Prozesse. Zum anderen können die einzelnen Komponenten jeweils für sich gesehen hochqualitativ konzeptioniert werden, so dass ein Ausfall möglichst unwahrscheinlich ist. Es werden also Komponenten eingesetzt, die zum Beispiel bereits Langzeittests erfolgreich bestanden haben bzw. es werden Software- oder Hardware-Komponenten von zuverlässigen Herstellern, die am Markt bereits lange etabliert sind, eingesetzt. Üblicherweise wird zur Erreichung einer hohen Verfügbarkeit des Gesamtsystems ein Mischkonzept mit beiden Varianten - Redundanz und möglichst verlässliche Einzelkomponenten - eingesetzt.

Hochverfügbarkeit – eine Definition

Grundsätzlich wird ein System als verfügbar bezeichnet, wenn es die Aufgaben erfüllen kann, für die es vorgesehen ist. Die Verfügbarkeit eines Systems wird dabei in Prozentwerten angegeben, die sich aus dem Verhältnis von „Downtime“ und „Uptime“ des Systems innerhalb eines Jahres errechnen:

Verfügbarkeit = Uptime / (Downtime + Uptime)

Während für die einen ein System bereits bei 99 Prozent, dies entspricht einer Downtime von 3,6 Tagen, als hochverfügbar gilt, setzen andere IT-Spezialisten den Grenzwert bei 99,99 Prozent fest, also einer Downtime von 52 Minuten. Abgesehen von der „Mean Time Between Maintenance“, also der geplanten Ausfallzeit wie zum Beispiel Wartungsarbeiten, hängt die Downtime im Wesentlichen von der „Mean Time Between Failure“ und der „Mean Time To Repair“ ab. Unter der Mean Time Between Failure – kurz MTBF – versteht man die mittlere Zeitdauer zwischen zwei Ausfällen. Mit der Mean Time To Repair – kurz MTTR – ist die mittlere Dauer für die Wiederherstellung des Systems nach einem Ausfall gemeint. Im Folgenden sollen verschiedene technische Konzepte vorgestellt werden, um diese beiden Parameter bei der Implementierung von Unified Messaging-Systemen „positiv“ zu beeinflussen.

Fällt ein Unified Messaging-Server aus, gibt das Messaging System die anstehenden Jobs vollautomatisch an die noch arbeitenden Unified Messaging Server weiter

Erhöhung der MTBF

Bei der Implementierung eines hochverfügbaren Unified Messaging-System ist immer eine ganzheitliche Sicht auf alle eingesetzten Komponenten - Hard- und Software – erforderlich. Da sich die Gesamtverfügbarkeit aus den Einzelverfügbarkeiten ergibt, muss jede Einzelkomponente den Ansprüchen an die Verfügbarkeit genügen. Während sich einzelne Hardwarekomponenten wie Lüfter, Festplatten oder Netzwerkkarten auch bei einer Single-Server-Implementierung redundant auslegen lassen, ist dies bei der Software, bestehend aus Betriebssystem und Diensten, auf einem Einzel-PC nicht realisierbar. Ein gängiges und bewährtes Konzept, um in diesem Fall die benötigte Redundanz zu erzeugen und so eine hohe MTBF zu bewerkstelligen, ist der Einsatz von Computer-Clustern. Die Unified Messaging-Lösung wird dazu baugleich, das heißt mit identischen Kapazitäten an Kanälen und Diensten, auf mehreren Rechnern installiert, die miteinander vernetzt sind. Nach außen erscheinen die vernetzten Rechner als ein System. Fällt ein Unified Messaging-Server aus, kann so die Nachrichtenlast über die anderen Server abgewickelt werden.Je nach Architektur lässt sich zwischen Standby- und parallel arbeitenden Systemen unterscheiden. Bei einem Standby-System kommt die Technik des Active-/Passive-Clustering zum Einsatz. Während des Normalbetriebes übernimmt nur ein Server das Abarbeiten des gesamten Nachrichtenaufkommens, der zweite Server steht für den „Failover“ passiv zur Verfügung. Die Nicht-Erreichbarkeit der Unified Messaging-Dienste, ist hier auf die Umschaltzeit reduziert. Dienste und Funktionen des ausgefallenen Servers stehen dem Anwender innerhalb kürzester Zeit wieder zur Verfügung. Je nach Sichtweise – technisch oder anwenderbezogen – wird hier der kurzfristige Ausfall des Unified Messaging-Systems in die Berechung der MTBF eingehen. Mit parallel arbeitenden Systemen kann eine Umschaltzeit hingegen gänzlich ausgeschlossen werden. Zudem werden hier die vorhandenen Ressourcen auch im Normalbetrieb optimal genutzt. Parallel arbeitende Unified Messaging-Systeme basieren auf der Technik des Active-/Active-Clustering. Hier laufen alle installierten Unified Messaging-Systeme aktiv und bearbeiten das Nachrichtenaufkommen parallel. Fällt ein System aus, übernehmen die noch verbleibenden Systeme zusätzlich die Verarbeitung der anstehenden Jobs. Die Aufgabenverteilung zwischen den Systemen erfolgt nach dem „Load-Balancing“-Prinzip. [weiter]


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