Auswirkungen, Protokolle, Schnittstellen und Standards  

von Sibylle Klein | serVonic GmbH | Public Relations


TK-Anlage und internes Netzwerk

ISDN, SIP oder H.323 heißen die Standards, die für die Zusammenarbeit zwischen einem UM-Server wie der IXI-UMS Unified Messaging Lösung von serVonic und einer PBX genutzt werden können. Unabhängig von der TK-Anlagenart – IP-basiert, hybrid oder herkömmlich – sorgen diese Protokolle dafür, dass der UM-Server Sprach- oder Faxdaten von der TK-Anlage übernehmen und an die TK-Anlage übergeben kann. Eingehende Faxdaten wandelt der UM-Server in ein grafisches Format wie PDF, eingehende Sprachdaten in ein Voiceformat wie WAV um. Diese werden als E-Mail Anhang via Messaging Server zum Empfänger transportiert. Ausgehende Fax- und Voicenachrichten in Form von Text, Dateianhängen oder WAV-Dateien bereitet der UM Server entsprechend dem Protokoll auf und übergibt die Daten an die TK-Anlage. Welches Protokoll das öffentliche Netzwerk hier erfordert, spielt im internen Firmennetzwerk und für die Zusammenarbeit zwischen Unified Messaging Server bezüglich Fax- und Sprachnachrichten und TK-Anlage keine Rolle.

TK-Anlage und externes Netzwerk

ISDN war bisher das gängige Protokoll zwischen TK-Anlage und öffentlichem Telefonnetz. Mit der Umstellung auf All-IP soll die ISDN-Telefonie durch VoIP abgelöst werden. Setzt ein Unternehmen bereits eine IP-basierte PBX ein, steht das IP Protokoll zur Verfügung. Setzt ein Unternehmen jedoch eine rein ISDN-basierte TK-Anlage ein, hat es zwei Möglichkeiten. Entweder installiert es ein VoIP Gateway zwischen PSTN und TK-Anlage oder tauscht die TK-Anlage gegen eine IP PBX aus. Entscheidet sich das Unternehmen für die Migration auf IP PBX, wäre es denkbar, aber nicht unbedingt notwendig, zeitgleich auch die internen Protokolle zu ändern. Unterstützt eine Unified Messaging Lösung wie IXI-UMS von serVonic die entsprechenden Protokolle, sollte auch das reibungslos verlaufen. Entscheidet es sich dafür, lediglich ein VoIP Gateway zwischen zu schalten, ändert sich im Prinzip nichts. Die Umstellung auf All-IP hat hier also nur geringfügige Auswirkungen, denen ein Unternehmen leicht entgegenwirken kann. Die Faxübertragung selbst jedoch funktioniert im IP-Netz völlig anders als im ISDN.

Die Faxübertragung im IP-Netz

Im IP-Netz werden Faxe ebenso wie Sprache paketweise übertragen. Für die Fax-Übertragung im IP-Netz gibt es grundsätzlich zwei Verfahren: Über T.38 oder über ein Verfahren, das unter den Namen SoftFax, Fax Passthrough oder G.711 Clear Channel bekannt ist. Im Fall von letzterem werden die Faxdaten als Audiodatenstrom zwischen dem UM-Faxserver und der Gegenstelle übertragen. Im Gegensatz dazu definiert T.38 die Übertragung der Faxinformationen als Pixeldaten. Während die Übertragung nach G.711 Passthrough gegenüber Paketverlusten sehr empfindlich ist, bietet T.38 die Möglichkeit, durch Redundanz eine hohe Toleranz gegenüber Paketverlust zu erreichen.

Kurznachrichten und All-IP

Für die Übertragung von Kurznachrichten zwischen UM-Benutzer und mobilem User sind derzeit zwei Möglichkeiten gängig: SMS im Festnetz oder über GSM Adapter. Wird der UM-Dienst „SMS“ über GSM Adapter realisiert, werden die Daten direkt über das Mobilfunknetz ausgetauscht. Nutzt das Unternehmen „SMS im Festnetz“, werden die Daten über einen Voicekanal zwischen einem SMSC und dem UM-Server übertragen. Je nach übermittelnder TK-Anlage müssen die Daten entsprechend den Protokollen aufbereitet werden. Wie gehabt gibt es hier drei Möglichkeiten: Setzt ein Unternehmen bereits eine IP-basierte TK-Anlage ein, steht das IP Protokoll zur Verfügung. Setzt das Unternehmen eine rein ISDN-basierte PBX ein, kann es auf IP-PBX migrieren oder ein VoIP Gateway zwischenschalten. Den Auswirkungen der Umstellung auf All-IP kann ein Unternehmen auch hier mit der Wahl der richtigen UC-Lösung gelassen entgegensehen.

Die serVonic UC-Lösungen IXI-PCS und IXI-UMS für CTI, RTC und UM unterstützen die gängigen Protokolle, die Umstellung auf All-IP wirkt sich kaum aus. Skizze: serVonic GmbH

Fazit

Die Telekom stellt das Netzwerk auf Internet Protokoll um. ISDN gehört dann der Vergangenheit an. Unternehmen, die eine UC-Lösung einsetzen, können trotzdem zuversichtlich in die Zukunft blicken: Setzt das Unternehmen eine Unified Communication Lösung ein, die sowohl die gängigen IP Standards SIP und H.323 sowie wahlweise ISDN unterstützt, kann diese mit der jeweils genutzten TK-Anlage reibungslos zusammen arbeiten. Achtet das Unternehmen darüber hinaus darauf, dass sein künftiger Netzprovider T.38 Standard mit Redundanz unterstützt, funktioniert auch der Austausch von Faxnachrichten nach der Umstellung auf All-IP perfekt.

Copyright: serVonic GmbH
Stand: 2. Dezember 2015


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Glossar (Teil 2)

SMSC steht für Short Message Service Center. Derzeit gibt es vier große Mobilfunkanbieter, die SMSC zur Verfügung stellen. Im Bereich Festnetz bieten derzeit die Telekom und Materna mit Anny Way F-SMSCs an. Die Telekom jedoch stellt ihren Dienst zum 31.12.2016 ein.

SoftFax, Fax Passthrough oder G.711 Clear Channel funktioniert über das G.711 Passthrough Verfahren. G.711 ist eine Richtlinie der ITU-T zur Digitalisierung analoger Audiosignale.

T.38 bezeichnet ein von der ITU-T beschriebenes Protokoll zur Übertragung von Fax-Nachrichten über VoIP-Verbindungen.

TAPI, eine von Microsoft entwickelte Programmierstellte für Telefonieanwendungen, steht für Telephony Application Programming Interface.

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