Unified Communication in der Cloud (Teil 2)

Auswahlkriterien und Installationsszenarien

von Sibylle Klein | serVonic GmbH | Public Relations


Messaging Server und UM-Lösung in der Cloud verstehen sich über SMTP, die Verbindung mit der IXI-UMS on-site Komponente basiert auf den Standards https und WebDAV, die Verständigung zwischen IXI-UMS on-site Komponente und PBX basiert auf ISDN und T.30 oder IP mit T.38 oder SoftFax
Messaging Server und UM-Lösung in der Cloud verstehen sich über SMTP, die Verbindung mit der IXI-UMS on-site Komponente basiert auf den Standards https und WebDAV, die Verständigung zwischen IXI-UMS on-site Komponente und PBX basiert auf ISDN und T.30 oder IP mit T.38 oder SoftFax. Skizze: serVonic GmbH

Unified Messaging aus der Cloud

Im Bereich Unified Messaging aus der Cloud gibt es drei mögliche sinnvolle Szenarien:
Das Messaging System inklusive integrierter Add-On UM-Lösung wird aus der Cloud bezogen, die TK-Anlage ist im Unternehmen installiert. In diesem Fall integriert sich ein UM-Server wie serVonics IXI-UMS wie gehabt in das entsprechende On-Demand Messaging System, z.B. Microsoft Office 365, IBM SmartCloud Notes oder Google Apps. Möchte der Benutzer beispielsweise ein Fax versenden, erstellt er wie gewohnt in seinem E-Mail Client eine Nachricht mit passender Faxadressierung. Nachdem er den Button „Senden“ geklickt hat, wird die UM-Nachricht über den MTA des jeweiligen gehosteten Messaging Systems an den UM-Server in der Cloud übergeben. Dieser prüft die Berechtigungen und wandelt die Nachricht in faxfähiges Format um. Für die Verständigung mit der TK-Anlage ist jetzt lediglich eine sogenannte on-site Komponente vor Ort nötig: Von der Cloud wird die Faxnachricht via on-site Komponente über die TK-Anlage versendet. Der Empfang einer UM-Nachricht funktioniert in umgekehrter Richtung: Der an der TK-Anlage ankommende Ruf wird nach Berechtigungsprüfung von der on-site Komponente angenommen, die Übertragung wird gestartet, die Daten werden entsprechend aufbereitet und an das UM-System in der Cloud übergeben. Die Nachricht wird dann dem Benutzer in seinem E-Mail Postfach zugestellt. Die Verständigung zwischen UM-Server und Messaging System in der Cloud basiert auf dem Standard SMTP, on-site Komponente und UM-Server kommunizieren auf Basis von https und WebDAV. Die on-site Komponente vor Ort und die TK-Anlage verstehen sich je nach TK-Anlage auf ISDN Basis oder via SIP oder H.323.

Mit IP Centrex bietet sich die Möglichkeit, die TK-Komponente auszulagern. Der Messaging Server inklusive UM-Lösung kann in diesem Fall entweder ebenfalls ausgelagert oder On-Premises installiert werden. In beiden Fällen integriert sich eine UM-Lösung wie IXI-UMS in das Messaging System, die Verständigung mit der IP Centrex basiert auf den im VoIP-Umfeld gängigen Standards - SIP, T.38 oder SoftFax, SMS im Festnetz - die grundsätzliche Funktionsweise für den Versand und Empfang von UM-Nachrichten ändert sich nicht.

Der RTC-Server IXI-PCS von serVonic und IP Centrex in der Cloud verstehen sich ebenso über uaCSTA wie der RTC-Server und die IXI-PCS Clients
Der RTC-Server IXI-PCS von serVonic und IP Centrex in der Cloud verstehen sich ebenso über uaCSTA wie der RTC-Server und die IXI-PCS Clients. Skizze: serVonic GmbH

RTC aus der Cloud

Für die Auslagerung der TK-seitigen Komponente stellen sich hier zwei sinnvolle Möglichkeiten dar. Mit IP Centrex steht die TK-Anlage On-Demand zur Verfügung. Eine RTC – Real-time Collaboration – Lösung wie der Professional Call Server IXI-PCS von serVonic kann jetzt entweder ebenfalls aus der Cloud bezogen oder im Haus installiert werden. In beiden Fällen können sich IP Centrex und Professional Call Server auf Basis von uaCSTA verständigen. Die Verbindung zu den Clients funktioniert ebenfalls über den Standard uaCSTA. Die technischen Möglichkeiten sind also vorhanden, allerdings bereitet die Auslagerung von CTI in die Cloud einige Bedenken: Wesentlicher Vorteil der Nutzung einer CTI-Lösung ist die Datenauflösung der Datenbestände im Unternehmen. Nur so können die Benutzer beispielsweise nach Telefonnummern suchen oder sich Informationen über einen Anrufer in einer Bubble am Bildschirm anzeigen lassen. Um diese Vorteile auch bei einem Bezug der CTI-Lösung aus der Cloud zu gewährleisten, müsste das Unternehmen die entsprechenden Datenbestände dem jeweiligen Dienste-Anbieter zur Verfügung stellen.

Fazit

Die unterschiedlichen Varianten für die Auslagerung von Unified Messaging und CTI oder RTC können sinnvoll miteinander kombiniert werden. Ob für ein Unternehmen die Vor- oder Nachteile von Cloud Computing überwiegen und ob die grundsätzliche Bereitschaft zur Auslagerung von Daten vorhanden ist, muss jedes Unternehmen für sich klären. Grundsätzlich jedoch gilt: Entscheidet sich ein Unternehmen für eine standard-basierte, flexible und modulare UC-Lösung, ist es auf der sicheren Seite. Die Lösung der Wahl lässt sich dann nicht nur in die jetzige ITK-Struktur einbinden, sondern passt sich auch den zukünftigen Veränderungen an.

Copyright: serVonic GmbH
Stand: 29. Januar 2014


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Glossar (Teil 2)

ISDN steht für Integrated Services Digital Network, ist ein internationaler Standard für ein digitales Telekommunikationsnetz und lässt sich sinngemäß als dienste-integrierendes digitales Netz übersetzen.

LDAP steht für Lightweight Directory Access Protocol und ist ein Standardprotokoll für Verzeichniszugriffe, z.B. auf die Benutzerverwaltung im Active Directory oder Domino.

SIP steht für Session Initiation Protocol und ist ein von der IETF - Internet Engineering Task Force - entwickelter Standard für ein Signalisierungsprotokoll, das Sitzungen mit zwei oder mehreren Teilnehmern aufbauen, modifizieren und beenden kann.

SMTP steht für Simple Mail Transfer Protocol und ist ein Standardprotokoll zum Transport von Nachrichten.

SoftFax funktioniert über das G.711 Passthrough Verfahren. G.711 ist eine Richtlinie der ITU-T zur Digitalisierung analoger Audiosignale. Hier wird die Faxnachricht als Audiodatenstrom zwischen Faxserver und PBX übertragen.

T.38 bezeichnet ein von der ITU-T beschriebenes Protokoll zur Übertragung von Faxnachrichten über VoIP-Verbindungen. Die Faxe werden hier zwischen Faxserver und IP-PBX als Pixeldaten übertragen.

TAPI steht für Telephony Application Programming Interface und ist eine von Microsoft entwickelte Programmierschnittstelle für Telefonieanwendungen.

uaCSTA steht für User Agents Computer Supported Telecommunications Applications und ist eine Variante von CSTA, die XML-Codierung verwendet, der Datentransport erfolgt über SIP.

WebDAV steht für Web-based Distributed Authoring and Versioning.

 

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