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27.04.2016

Unified Messaging und All-IP

Die Auswirkungen der Umstellung

von Sibylle Klein | serVonic GmbH | Public Relations


Unified Messaging vereint alle Nachrichtenarten unter einer Oberfläche. Der Benutzer kann seine E-Mails, Faxe, Sprach- und Kurznachrichten mit einem einzigen Client verwalten, bearbeiten, versenden und empfangen. Add-On Unified Messaging Lösungen nutzen die bereits vorhandene Struktur und ergänzen nur das Notwendige. E-Mail Funktion, E-Mail Client, Message Transfer Agent und Datenbanken sind vorhanden, der UM-Server ergänzt die Funktionen für Fax, Voice und SMS. Der Vorteil: Der Benutzer kann die neu hinzugekommenen Nachrichten intuitiv mit dem gewohnten E-Mail Client bedienen. Der Administrator verwaltet die neuen Funktionen mit den bekannten Instrumenten. Trotz der Vereinheitlichung der Nachrichten unter einer Oberfläche bleiben die Übertragungswege je nach Nachrichtenart unterschiedlich. Mit der geplanten Umstellung auf All-IP stellt sich die Frage, welche Auswirkungen diese Veränderung auf die jeweiligen UM-Nachrichten hat.


TK-Anlage als Vermittler

All-IP bedeutet, dass die bisherige Übertragungstechnik im Telekommunikationsnetz von ISDN auf das Internet Protokoll umgestellt wird. Schnittstelle zwischen internen Firmennetzwerken und öffentlichem Telekommunikationsnetz ist in den meisten Unternehmen eine TK-Anlage. Diese dient als Vermittler zwischen den beiden Netzwerken und ist damit von der Umstellung von ISDN auf VoIP direkt betroffen. Welche Auswirkungen damit auf die UM-Nachrichten einher gehen, ist je nach Nachrichtenart und entsprechendem Übertragungsweg unterschiedlich.

Technische Übertragung von UM-Nachrichten

Eine Add-On UM-Lösung wie der IXI-UMS Unified Messaging Server von serVonic ergänzt das vorhandene Messaging System um die Nachrichtenarten Fax, SMS und Voice. E-Mail ist bereits vorhanden, wird über das Internet Protokoll übertragen und ist daher von der Umstellung auf All-IP nicht betroffen. Faxe dagegen werden über das PSTN – das öffentliche Telekommunikationsnetz – übertragen. Möchte der Benutzer eine Faxnachricht versenden, kann er dies direkt über seinen E-Mail Client, indem er eine neue Nachricht öffnet und Text in den E-Mail Body schreibt oder eine Datei anhängt und an Nummer@ixifax.com adressiert. Auch kann er direkt aus Anwendungen wie Word oder CRM/ERP Faxe initiieren: Die Adressierung erfolgt hier automatisch. Aufgrund der Adressierung „@ixifax.com“ erkennt das Messaging System, dass es die Nachricht an den UM-Server übergeben muss. Dieser prüft die Berechtigungen und bereitet die Nachricht entsprechend dem jeweiligen Faxformat auf. Dann geht das Fax via TK-Anlage in das öffentliche Netz. Eingehende Faxnachrichten gehen den umgekehrten Weg: Vom öffentlichen Telekommunikationsnetz über die TK-Anlage an den IXI-UMS Kernel. Dieser prüft die Berechtigungen und bereitet die Nachricht zur Übergabe in das Messaging System vor. Über den MTA – Message Transfer Agent – wird diese im jeweiligen User-Postfach zugestellt. Kurznachrichten funktionieren im Prinzip genauso: Der User schreibt Text in den E-Mail Body und adressiert an Nummer@ixisms.com. Die Nachricht wird vom Messaging Server an den UM-Server übergeben, der wiederum die Nachricht entsprechend des jeweiligen Übertragungsprotokolls aufbereitet. Eingehende Kurznachrichten gehen entsprechend den umgekehrten Weg. Kurznachrichten können unabhängig vom Festnetz verschickt werden. Sprachnachrichten sind meist Anrufbeantworternachrichten. Wird ein eingehender Anruf an den IXI-UMS Anrufbeantworter weitergeleitet, spielt dieser eine Ansage ab und der Anrufer hat die Möglichkeit, eine Nachricht zu hinterlassen. Diese wird vom UM-Server entsprechend aufbereitet, Berechtigungen werden geprüft und über den MTA wird die Voice-Nachricht als E-Mail mit WAV-Dateianhang im Benutzerpostfach zugestellt.

Die serVonic Unified Messaging Lösung IXI-UMS unterstützt die gängigen Protokolle, die Umstellung auf All-IP wirkt sich intern kaum aus. Skizze: serVonic GmbH

Unterschied intern – extern

Die TK-Anlage als Vermittler zwischen internem und externem Telekommunikationsnetz spielt eine zentrale Rolle bei der Umstellung auf All-IP. Die interne Anbindung an die TK-Anlage kann über andere Schnittstellen und Protokolle erfolgen als die externe Anbindung an das PSTN. Die jeweiligen Protokolle sind voneinander unabhängig. Der Unified Messaging Server kann sich intern über ISDN, SIP oder H.323 mit der TK-Anlage verständigen, je nachdem, welche Protokolle die PBX bietet und welche die jeweilige UM-Lösung unterstützt. Extern war bis dato die Anbindung über ISDN üblich, dies ändert sich jetzt auf das Voice over Internet Protokoll. Für ein Unternehmen hat dies je nach TK-Anlagen-Situation unterschiedliche Bedeutung. Setzt ein Unternehmen eine IP-PBX ein, kann sowohl die interne Anbindung als auch die externe Anbindung so bestehen bleiben. Setzt es eine ISDN-TK-Anlage ein, müssen sich die internen Anbindungen nicht ändern. Nach extern jedoch muss es bis zur endgültigen Umstellung auf All-IP umgerüstet haben. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder kann ein Unternehmen ein VoIP Gateway zwischen TK-Anlage und PSTN einsetzen. Oder es kann auf eine IP-basierte TK-Anlage migrieren. Dann wäre es sinnvoll, wenn die internen Anbindungen auch über ein IP-basiertes Protokoll erfolgen. Ist die UM-Lösung ohne TK-Anlage direkt am Amt angebunden, werden die Daten über einen SIP-Trunk zwischen Unified Messaging Server und All-IP PSTN übertragen. Setzt das Unternehmen eine flexible UM-Lösung ein, unterstützt diese bereits wahlweise alle gängigen Standardprotokolle und -schnittstellen. Die Umstellung wäre damit relativ einfach zu bewältigen.

 

Der IXI-UMS Unified Messaging Server von serVonic für Fax und SMS: Faxe können über T.38 oder SoftFax übermittelt werden, Kurznachrichten via GSM Adapter oder SMSC. Skizze: serVonic GmbH

Die Übertragung von Faxen und Kurznachrichten

Ist ein Unternehmen TK-seitig für die All-IP Umstellung gerüstet, gilt es, die Fax- und SMS-Übertragung genauer zu betrachten. Hier stellen sich jeweils zwei mögliche Varianten:

Unabhängig von der eingesetzten UM-Lösung werden Faxe im IP-Netz paketweise übertragen. Hierfür gibt es grundsätzlich zwei Verfahren: Über T.38 oder über ein Verfahren, dass unter den Namen SoftFax, Fax Passthrough oder G.711 Clear Channel bekannt ist. Hier werden die Faxdaten als Audiodatenstorm zwischen UM-Faxserver und der jeweiligen Gegenstelle übertragen. T.38 dagegen definiert die Übertragung der Faxinformation als Pixeldaten. Zusätzlich bietet das Protokoll die Möglichkeit, durch Redundanz eine hohe Toleranz gegenüber Paketverlusten zu erreichen. Für die Übertragung von Kurznachrichten zwischen UM-User und mobilem Benutzer bietet eine Unified Messaging Lösung wie der IXI-UMS von serVonic zwei Möglichkeiten: SMS im Festnetz oder über GSM Adapter. Wird ein GSM Adapter eingesetzt, werden die Daten direkt über das Mobilfunknetz ausgetauscht, die Umstellung auf All-IP ist damit irrelevant. Nutzt das Unternehmen „SMS im Festnetz“, werden die Daten über einen Voicekanal zwischen einem FSMSC - Festnetz Short Message Service Centre - und dem UM-Server übertragen. Derzeit bieten die Telekom und Materna mit Anny Way ein Festnetz SMSC an. Die Telekom jedoch stellt ihren Dienst Ende des Jahres ein. Unabhängig vom F-SMSC Anbieter müssen die Daten entsprechend den Protokollen der übermittelnden TK-Anlage aufbereitet werden. Wie gehabt gibt es hier drei Möglichkeiten: Setzt ein Unternehmen bereits eine IP-basierte TK-Anlage ein, steht das IP Protokoll zur Verfügung. Setzt das Unternehmen eine rein ISDN-basierte PBX ein, kann es auf IP-PBX migrieren oder ein VoIP Gateway zwischenschalten.

Fazit

Den Auswirkungen der Umstellung von ISDN auf All-IP im Telekommunikationsnetz können Unternehmen in Bezug auf Ihre Unified Messaging Lösung gelassen entgegen sehen: Mit einer entsprechend flexiblen und standardbasierten Lösung, die die jeweils gängigen Protokolle unterstützt, bleibt das Unternehmen flexibel. Die internen Anbindungen müssen sich nicht zwingend ändern, lediglich gegebenenfalls die Anbindung der TK-Anlage an das Telekommunikationsnetz.

Copyright: serVonic GmbH
Stand: 27. April 2016


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