Unified Communications im IT- und TK-Umfeld (Teil 2)

Das Zusammenspiel der Komponenten


Die CTI-Lösung IXI-PCS arbeitet mit der TK-Anlage und der Datenbank auf Basis gängiger Standards zusammen. Skizze: serVonic GmbH

Entscheidend bei der Implementierung der Third Party CTI-Lösung ist die Zusammenarbeit mit der TK-Anlage. Diese kann über proprietäre Schnittstellen und Protokolle erfolgen oder standard-basiert. Je standard-orientierter eine CTI-Lösung ist, desto leichter lässt sie sich in die vorhandene Landschaft des Unternehmens integrieren. Standards in diesem Bereich sind TAPI und CSTA. Die TAPI Schnittstelle beschreibt, wie PC-Anwendungen Telefonanlagen steuern und kontrollieren können. Das CSTA Protokoll ermöglicht die Steuerung der TK-Anlage über serverbasierte Applikationen. Die An- und Einbindung der Funktionen Präsenz und IM via Smartphones oder Tablet PCs wird über XMPP realisiert.
Sinnvoll ist es auch, wenn die CTI-Lösung mit vorhandenen Datenbanken zusammen arbeiten und die vorhandenen Kontakte und Adressbücher als Quelle für die Anruferidentifikation nutzen kann. Die hier gängigen Standards heißen SQL und LDAP. SQL regelt die Verbindung zwischen Datenbanken und Anwendungen, LDAP ermöglicht den Zugriff auf Verzeichnisse, z.B. Active Directory. Idealerweise bietet eine CTI-Lösung einen optimierten Zugriff: Alle Daten aus den unterschiedlichen Datenquellen werden in einem Verzeichnis – dem Meta Directory – zusammengefasst und katalogisiert. Das Verzeichnis wird automatisch aktualisiert. Dadurch verkürzen sich die Zeiten für die Suche nach Daten, z.B. für die Anruferidentifikation.

Moderne Herausforderungen: UC in der Cloud, UC over IP

Hype-Thema der IT-Welt ist derzeit Cloud Computing, in der TK-Welt nach wie vor Voice over IP. Welche Auswirkungen haben diese beiden Trends auf UC-Lösungen? Für eine UC-Lösung spielen die Komponenten Messaging System und TK-Anlage eine Rolle. Während Messaging Anbieter ihre Dienste auch Online in der Cloud zur Verfügung stellen, z.B. Microsoft Office 365 oder Google Apps, sind die TK-Anlagen meist nach wie vor im Hause installiert.

Hauptsächlich arbeitet der UM-Teil der UC-Lösung mit dem Messaging System zusammen. Entscheidend ist daher, dass die Unified Messaging Lösung mit einem aus der Cloud genutzten Messaging System zusammen arbeiten kann. Auch hier bieten die Messaging-Hersteller die entsprechenden Standardschnittstellen und Protokolle: Über SMTP kommunizieren und verständigen sich UM On-Premises und Messaging System in der Cloud. Möchte ein Unternehmen sowohl Unified Messaging und Messaging Server in die Cloud auslagern, sollte das auch funktionieren. Eine standard-basierte Add-On Unified Messaging Lösung wie IXI-UMS von serVonic integriert sich in diesem Fall über den entsprechenden Connector beispielsweise in Microsoft Office 365 oder ein anderes SMPT-basiertes Messaging System On-Demand. UM und Messaging System innerhalb der Cloud verständigen sich wie gehabt auf Basis des Standards SMTP, eine IXI-UMS on-site Komponente stellt das Bindeglied zwischen TK-Anlage und Unified Messaging Server dar. Die Verbindung von on-site Komponente und UM-Server erfolgt via IP.

Im Bereich Telekommunikation werden statt herkömmlichen, ISDN-basierten TK-Anlagen zunehmend IP-basierte PBXs oder hybride TK-Anlagen eingesetzt. Der Trend zu Voice over IP wirkt sich sowohl auf den UM- als auch auf den CTI-Teil der UC-Lösung aus. Auch hier gilt: Bedient die UM-Lösung und die CTI-Lösung die gängigen Standards, kann sie mit der IP-basierten TK-Anlage ebenso zusammen arbeiten wie in heterogenen Umgebungen mit IP-PBX oder herkömmlicher TK-Anlage oder mit hybriden TK-Anlagen. Die für UM relevanten Standards im Bereich VoIP sind SIP, H.323, T.38 und SoftFax. Via SIP oder H.323 verstehen sich die IP-basierte TK-Anlage und die UM-Lösung, die Übertragung von z.B. Faxnachrichten erfolgt über T.38 oder SoftFax. Die CTI-Lösung arbeitet mit einer herkömmlichen TK-Anlage, einer hybriden TK-Anlage oder einer IP-PBX über die gleichen Standards zusammen: TAPI und CSTA.

Fazit

Eine UC-Lösung, die auf Standards basiert und sich der vorhandenen IT- und TK-Struktur anpasst, bietet Unternehmen den meisten Mehrwert. Für den einzelnen Benutzer spielt es dabei keine Rolle, wie sich die UC-Lösung zusammen setzt und auf welchen Standards sie beruht. Hauptsache, der PC-Arbeitsplatz wird zum Dreh- und Angelpunkt der Kommunikation. Und das alles möglichst ohne großen Schulungsaufwand, sondern intuitiv bedien- und nutzbar.

Copyright: serVonic GmbH
Stand: 18. Januar 2012


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Glossar (Teil2)

SoftFax funktioniert über das G.711 Passthrough Verfahren. G.711 ist eine Richtlinie der ITU-T zur Digitalisierung analoger Audiosignale. Hier wird die Faxnachricht als Audiodatenstrom zwischen Faxserver und PBX übertragen.

SQL steht für Structured Query Language und ist eine Datenbanksprache, die es unter anderem ermöglicht, Datenbanken abzufragen und zu bearbeiten.

T.30 bezeichnet ein von der ITU-T beschriebenes Protokoll zur Übertragung von Faxnachrichten.

T.38 bezeichnet ein von der ITU-T beschriebenes Protokoll zur Übertragung von Faxnachrichten über VoIP-Verbindungen. Die Nachrichten werden hier zwischen Faxserver und IP-PBX nicht, wie im normalen Telefonnetz, als Audiodaten übertragen, sondern paketiert gemäß dem IP-Netzwerkprotokoll.

TAPI steht für Telephony Application Programming Interface und ist eine Programmierschnittstelle für Telefonieanwendungen.

XMPP steht für Extensible Messaging and Presence Protocol und ist ein Protokoll, das für Instant Messaging und Präsenz-Informationen eingesetzt wird. XMPP ist ein offener Standard und funktioniert zwischen und unter Servern.

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